Friday, November 13, 2009

Der zerbrochene Krug

Ein Druckerzeugnis II

Nachdem ich bei meinem Lieblingsbaecker gewesen war und mir die verschiedenen Spekulatius-Sorten hatte erklaeren lassen, fuhr ich an einer Bocholter Galerie vorbei. Die an der dortigen Tuer ausgehaengte Ankuendigung der Ausstellung Engelsorte liess mich zunaechst raetseln, was fuer eine Sorte von Engeln wohl gemeint sein koennten (ich bin leider kein Experte in Angelologie). Bis ich darauf kam, dass eigentlich Engels-Orte gemeint waren, hatte ich schon den Bahnhof erreicht.
Man sieht wieder einmal: der Bindestrich hat seinen Sinn und freut sich, wenn man ihn hin und wieder zum Einsatz bringt.

Thursday, November 12, 2009

Splitter XVI

"Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen!"

(Isnogud, Großwesir)

Wednesday, November 11, 2009

Original statt Fälschung

Da empfehle ich seit Jahr und Tag den Leuten: kuckt (mit k!) die Filme im Original, nicht in der synchronisierten Fassung, und schließt auch am besten der 'Gegen-Synchro-Bewegung' an.
Weil: Synchro ist wie ein fremdsprachiges Lied nacherzählen, also notwendigerweise nie so authentisch und kraftvoll wie original. Weil: zu einem Schauspieler gehört auch (vor allem) seine Stimme. Und last not least weil: mit gesubtitleten Originalen kann man die entsprechende Sprache zumindest passiv zügig erlernen.
Letzteres gilt meiner Meinung nach besonders, wenn die Untertitel nicht deutsch sind, sondern der gesprochenen Sprache entsprechen (also bei englischsprachigen Filmen auch englische Untertitel usw.).
Schön, dass ich damit nicht allein stehe, sondern sogar (Hear ye! Hear ye!) in wissenschaftlicher Gesellschaft bin:
"Zum Erlernen einer Fremdsprache bieten Film-DVDs eine unschätzbare Hilfe. Wer etwa sein Englisch-Verständnis aufbessern will, sollte englischsprachige Filme nicht nur in der Originalversion anschauen, sondern dabei die Untertitel ebenfalls auf Englisch. Liest man dagegen die Dialoge in seiner eigenen Muttersprache mit, wird die Aufmerksamkeit von der Fremdsprache weggelenkt, schreiben Holger Mitterer und James McQueen vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen im Fachmagazin PLoS One."

(Quelle: SPON vom 11.11.2009)

der weg & das wordle

Tuesday, November 10, 2009

Eine haarige Angelegenheit

Und ich hatte schon befürchtet, dieses klassische Genre sei ausgestorben!: mit Joe Johnstons The Wolfman kommt endlich mal wieder ein Film ins Kino, der das Tier im Manne zum Gegenstand hat.
Passend dazu zitiere ich den bekannten Klassiker von Christian Morgenstern:

Der Werwolf


Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind, und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

"Der Werwolf", - sprach der gute Mann,
"des Weswolfs"- Genitiv sodann,
"dem Wemwolf" - Dativ, wie man's nennt,
"den Wenwolf" - damit hat's ein End.'

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

(Christian Morgenstern)

Monday, November 9, 2009

Hurra, hurra?

War es eine exzessive PR-Aktion, oder sind die Braunschweiger 'Fans' tatsächlich so krass, wie es der jüngste Angriff auf einen mit Hannoiern gefüllten Zug in Weddel nahelegt:
"Die Gewalttäter lauerten ihnen auf dem Vorortbahnhof Weddel auf - und griffen an, als der Zug mit 35 Bundespolizisten an Bord dort einfuhr. Fenster wurden mit Baseballschlägern, Steinen und Eisenstangen eingeschlagen, dann Rauchkörper ins Innere geworfen. Ein Waggon wurde so demoliert, dass er für die Fahrgäste gesperrt werden musste. Der Angriff dauerte nur zwei Minuten."

(Quelle: SPON vom 09.11.2009)
Die berechtigte Frage des Spiegel-Schreibers
"Wie brutal geht es in Deutschlands niedrigen Fußballligen zu?"
kann daher klar beantwortet werden: sehr.